2000-2004
Am 3. Juli 2000 wurde der feierliche Akt des ersten Spatenstichs im Stadion vollzogen. Bundeskanzler Schröder, Bundesinnenminister Schily, und der Regierende Bürgermeister Diepgen waren genauso anwesend wie Franz Beckenbauer als DFB-Beauftragter. Nach und nach erfolgte die Sanierung des maroden Bauwerks. In 19 Sektoren eingeteilt begann der Umbau im Nordosten. Der Oberring blieb weitgehend erhalten, der Unterring musste gänzlich erneuert werden. Mit dem Neubau des Unterrings ging die Absenkung der Spielfläche um 2,65m einher, somit konnten zwei zusätzliche Sitzreihen eingebaut und der Abstand zum Spielfeld verkürzt werden. In den inneren Umgang zwischen Unter- und Oberring wurde ein Großteil der nunmehr 76 Logen integriert. Zusätzlich wurden die Ehrentribüne unter Beibehaltung der historischen Ehrenhalle und des Coubertinsaals neu gestaltet sowie 13 Skyboxen in den ehemaligen Pressekabinen im Oberring eingerichtet. Der Umbau erfolgte während des laufenden Spielbetriebes. Alle Heimspiele wurden in der Baustelle ausgetragen. Hierfür hatte die Walter Bau-AG jeweils 55.000 Sitzplätze garantiert, zu den Pokalendspielen waren es sogar über 70.000.
Lediglich das ISTAF musste während der Bauphase in den Ludwig-Jahn-Sportpark ausweichen. Die neue Tribünenüberdachung wurde nicht zum Ring geschlossen, um die historische Öffnung am Marathontor nicht zu verbauen. Somit blieb die vom Denkmalschutz erwünschte Sichtbeziehung zum Maifeld und dem Glockenturm erhalten. Durch diese Konstruktion bedingt befinden sich im Oberring 20 schlanke Stahlstützen, auf denen das scheinbar schwebende Dach ruht. Im Dach wurden modernste Beleuchtungstechnik sowie eine Beschallungsanlage mit einer Leistung von über 150.000 Watt integriert.
schliessen2004
Im Sommer 2004 wurde das Stadion an die neue Betreibergesellschaft übergeben und am 31. Juli mit einer großen Eröffnungsfeier eingeweiht. Seit dem 2. August ist das Stadion an veranstaltungsfreien Tagen wieder für Touristen und die Berlinerinnen und Berliner geöffnet. Am 8. September 2004 gab die Fußball-Nationalmannschaft ihr erstes Gastspiel im neuen Olympiastadion: Gegen Brasilien konnte das Team unter Leitung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann ein 1:1 erzielen. Die endgültige Fertigstellung des Stadions und der angrenzenden Bereiche sollte sich bis ins Jahr 2006 hinziehen. Dann würde alles vorbereitet sein für die FIFA Fußball- Weltmeisterschaft mit dem Sportereignis des Jahres 2006: Das Finale am 9. Juli im Olympiastadion Berlin.
schliessen2005
Das neue Olympiastadion Berlin ist seit der Wiedereröffnung ein Fünf-Sterne-Arena. Im April 2005 wurde durch die Stadionkommission der Europäischen Fußball Union (UEFA) das Olympiastadion Berlin offiziell als Fünf-Sterne-Arena, der höchstmöglichen Wertung für Stadien in Europa, bewertet. Die Dachkonstruktion des Olympiastadion Berlin von gmp (Gerkan, Marg & Partner) und dem Ingenieurbüro Krebs und Kiefer wurde mit den Stahlbaupreis 2004 von Bauen mit Stahl e.V., einem der ältesten Architekturpreisen Deutschlands, ausgezeichnet. Nach nicht einmal einem Jahr nach der Wiedereröffnung wurde der 150.000. Besucher außerhalb von Großveranstaltungen im Olympiastadion Berlin begrüßt. Zum einjährigen Jubiläum nutzten 12.407 Gäste den freien Eintritt für eine Stadion-besichtigung. Weitere Höhepunkte im „ersten“ Jahr waren das Konzert von U2, das Internationale Deutsche Turnfest sowie das Internationale Stadionfest ISTAF.
schliessen2006
Der Fußball als Volkssport “Nummer 1” spielte 2006 die größte Rolle aus sportlicher Sicht. Höhepunkt der Fußballgeschichte im Olympiastadion Berlin war die FIFA WM 2006. Sechs Spiele wurden im Olympiastadion ausgetragen. Unvergesslich werden das Viertelfinalspiel Deutschland – Argentinien, das der spätere WM-Dritte Deutschland im Elfmeterschießen für sich entschied, und das Endspiel am 9. Juli zwischen Italien und Frankreich bleiben. Die Squadra Azzura setzte sich im Finale erst im Elfmeterschießen durch und wurde so im Olympiastadion Berlin der 18. Fußball-Weltmeister. Noch rechtzeitig vor der Fußball Weltmeisterschaft wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst die Kapelle im Inneren des Olympiastadion Berlin eröffnet. Die Stadionkapelle steht den Sportlern im Olympiastadion als ein christlicher Andachtsraum ebenso zur Verfügung wie den Menschen, die in ihr Ihre Eheschließung oder die Taufe des Kindes feiern wollen. Seit September sorgt eine neue, einzelangefertigte Orgel für den musikalischen Rahmen im Gottesdienst. Direkt nach der Weltmeisterschaft standen zwei weitere absolute Highlights auf dem Programm: Die Konzerte von Robbie Williams und den Rolling Stones lockten zehntausende Zuschauer in das Olympiastadion Berlin.
Auch sportlich ging es 2006 weiter zur Sache. Die gesamte Weltelite der Leichathletik um die Superstars Asafa Powell und Jeremy Wariner kämpften beim Internationalen Stadionfest ISTAF wieder um den Sieg bei einem IAAF Golden League Meeting. Eine Premiere erlebten im vergangenen Jahr rund 50.000 begeisterte Zuschauer bei der ersten Auflage der Pyronale auf dem Maifeld am Olympiastadion Berlin. Sechs der international führenden Feuerwerks- Teams traten an zwei Tagen gegeneinander an und boten dem Publikum Effekte, wie man sie vorher noch nie gesehen hatte. Eine Jury kürte die „Luso Pirotecnia Group“ aus Portugal zum Sieger.
schliessen2007
Der Besucherstrom ins Olympiastadion Berlin außerhalb der Großveranstaltungen ist auch im Jahr 2007 nicht abgerissen. Im Februar konnte der 500.000. Besucher begrüßt werden, insgesamt kamen rund 276.000 Touristen, um sich das Stadion außerhalb der Veranstaltungstage anzuschauen.
Sportliche Highlights im Veranstaltungskalender sind in diesem Jahr neben den Heimspielen von Hertha BSC und Berlin Thunder sowie dem DFB-Pokalfinale das U16 Länderspiel Deutschland gegen Frankreich und das Internationale Stadionfest Berlin ISTAF, das sein 70jähriges Bestehen feierte.
Weitere hochklassige Events sind die Konzerte von Herbert Grönemeyer und Genesis, die auf Ihrer großen Comeback-Tour auch im Olympiastadion Berlin live zu erleben waren, sowie die Pyronale, die im September zum zweiten Mal hinter dem Olympiastadion Berlin auf dem Maifeld stattfand.
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